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In dieser Rubrik finden Sie nähere Informationen Typographen und Schrift-Designer aus der Geschichte und der Neuzeit. In Kurzform, jeweils unter dem Namen, wurden Daten und Fakten zusammengetragen, die eng mit der Entwicklung der heutigen Schriftenvielfalt verbunden sind. Diese Zusammenfassung ist natürlich nicht komplett, aber doch ein guter Anhalt für Hintergrundinformation.
John Baskerville (1706 - 1775)
In den Jahren 1754 bis 1775 leistete John Baskerville als Schreiblehrer, Steinmetz, Designer von Buchstaben, Schriftgießer und Drucker einen enormen Beitrag für die Druck- und Schriftsatztechnik. Eine dieser Leistungen war die Anpassung älterer Normalschriften an moderne Schriftenentwürfe. Er gehörte zu den ersten, die erkannten, welche Rolle die Typographie bei der Buchgestaltung spielt. Er veränderte die Druckfarben und -pressen, um schärfere und schwärzere Buchstaben zu erhalten. Sein Hang zur extremer Genauigkeit führte dazu, dass das erste Buch seiner eigenen Druckerei erst nach sieben Jahren fertig gedruckt war. Seine Beschäftigung mit dem Durchschuß und dem individuellen Unterschneiden und sein Beharren auf ein hervorragendes Schriftbild haben viele spätere Schriftgestalter maßgeblich beeinflußt.
Konrad F. Bauer (1903 - 1970)
In der Mitte des letzten Jahrhunderts war Konrad Bauer Künstlerischer Leiter der Schriftgießerei Bauer. Er war maßgeblich an der Produktion neuer Schriftentwürfe beteiligt wie auch der Verfeinerung der klassischen Schriftentwürfe.
Ed Benguiat (1927)
Einer der einflußreichsten Typographen und Gestalter des späten 20. Jahrhunderts. Er hat über 500 Schriftarten entworfen und das Interesse der Art Nouveau wieder geweckt. Er entwarf Schriften wie die ITC-Caslon, ITC-Bookman, ITC-Tiffany, ITC-Benguiat, ITC-Korinna und die ITC-Souvenir. Alle diese Schriften tragen seine gestalterische Handschrift. Zusammen mit Herb Lubalin und als Direktor der ITC hat Ed Benguiat entscheidend zum Charakter des U&Ic-Magazine beigetragen. Desweiteren hat Benguiat weltbekannte Logos gestaltet, z.B. für die New York Times, den Playboy, Reader’s Digest, Sports Illustrated, Esquire, Photoplay und Look. Neben seiner Tätigkeit in der darstellenden Kunst ist er professioneller Schlagzeuger mit einem Diplom des Brooklyn College of Music.
Morris Fuller Benton (1872 - 1948)
Sohn des Typographen Linn Boyd Benton. Ein äußerst produktiver Schriftgestalter, der das Schriftenprogramm der American Type Foundry (ATF) von 1892 - 1937 betreute.Obwohl er manchmal auch mit dem Konzept der Schriftfamilien in Zusammenhang gebracht wird, ist es wahrscheinlicher, dass er die verschiedenen Variationen einer Schrift unter einem gängigen Namen zusammengefasst hat. Gleichzeitig erweiterte er die gängigen Schriftstile schon vorhandener Schriftarten. Er entwarf solche Klassiker wie American Garamond, Century Oldstyle, Poster Bodoni, Parisian, Broadway, Century Schoolbook, Cheltenham, Franklin Gothic, News Gothic, Hobo und Stymie.
Lucian Bernhard (1888 - 1972)
Er war ein bedeutender Schriftgestalzer zu Beginn des letzten Jahrhunderts. Lucian Bernhard arbeitete sowohl mit deutschen Schriftenhertsllern als auch mit der ATF zusammen. Dafür hat er eine Reihe von Schriften entworfen, die auch seinen Namen tragen (z.B. Bernhard Modern). W.T. Sniffin hat bei seinen Entwürfen der Liberty auf Bernhards Schriften aufgebaut.
Giambattista Bodoni (1740 - 1813)
Giambattista Bodoni war ein italienischer Stempelschneider, Schriftgießer und Drucker, der die Entwicklung des modernen Buchdrucks gegen Ende des 18. Jahrhunderts einleitete. Seine Arbeiten zeigen als erste die Charakterzüge der modernen Schriftgestaltung.Er verwandte Haarlinienserifen, die vertikale Betonung und den Kontrast zwischen dicken und dünnen Strichen. Die Experimente im Buchdruckließen in seine eigene, unverwechselbare Art finden. Die Antiquaschriften, die er 1798 schnitt, werden allgemein als “Bodoni” bezeichnet. In den Buch “Manual Tipographico” hat er seine typographischen Ideen nidergeschrieben. Das Buch wurde von seiner Frau fünf Jahre nach seinem Tod veröffentlicht. Später wurde sein Werk heftig kritisiert und man ist von seinen Prinzipien abgewichen. Wiederentdeckt, und im letzten Jahrhundert neu bekannt gemacht, hat ihn der Typograph Morris Fuller Benton.
Neville Brody (1957)
Kaum ein anderer Grafik-Designer hat der Entwicklung der Typographie in den 80er Jahren so viele Anregungen gegeben wie Neville Brody. Seit seinen ersten Arbeiten für mehrere Plattenlabels hat er den sogenannten “Brody-Style” kreiert, der - oft kopiert - das Äußere der heutigen Lifestyle-Magazine geprägt hat. Als Art Director des englischen Magazins “The Face” suchte er nicht nur bestehende Schriften aus, die sich für seine Gestaltung anboten, sondern er entwarf auch eigene Schriften. Die bekanntesten davon sind die Arcadia, die Insignia, die Industria Solid und die Insignia Inline. Diese Schriften werden unter den Originalnamen exklusiv von Linotype-Hell angeboten.
Matthew Carter (1937)
Sohn des Historikers Harry Carter, der sich mit der Geschichte der Druckkunst befasste. Matthew Carter kann als einer der Begründer des elektronischen Drucks bezeichnet werden. Er hat die Bell Centennial für Linotype und zusammen mit Mike Parker die ITC-Gilliard entworfen. Gemeinsam gründeten die beiden 1981 Bitstream, um digitale Zeichensätze zu entwickeln und zu vertreiben. Die Bitstram-Charter ist eine seiner neueren Schriftentwürfe.
Adrian Frutiger (1928)
Ein Schweizer Grafik-Designer und Typograph. Adrian Frutiger gehört unumstritten zu den wichtigsten Schrift-Designern der Nachkriegszeit. Er begann seine Laufbahn mit einer Druckerlehre und studierte Schnitzerei und Kalligraphie, bevor er sich erfolgreich der Schriftgestaltung zuwandte. Vom Schriftenhaus Deberny & Peignot wurde ihm die Adaption der Futura angeboten. Er fand diese Schrift zu geometrisch und beschloß, statt dessen eine größere Schriftfamilie mit entsprechender Strichstärke zu entwerfen. So wurde die Univers geboren. Frutiger hat noch eine Reihe anderer bekannter Schriften entworfen: Egyptienne, Serifa, OCR-B und France-Frutiger (auch unter dem Namen Roissy bekannt). Er ist berühmt für seine Phantasie und sein vollendetes handwerkliches Können.
Claude Garamond (1480 - 1561)
Claude Garamond war ein überaus produktiver Stempelschneider, Schriftgießer und Drucker im frühen 16. Jahrhundert. Er war der erste, der das Entwerfen und Schneiden von Schriften als ein eigenständiges Projekt betrachtet hat. Seine Schriften im Roman-Schnitt hatten die Aldine Roman zur Grundlage, wobei er jedoch das Verhältnis von Groß- und Kleinbuchstaben und Sitz der Buchstaben in der Druckform verbessert hat. Seine Schriften wurden oft kopiert, sodaß sie über zwei Jahrhunderte (vom 16. bis zum 18. Jahrhundert) als die europäischen Standardschriften galten. Garamond begann 1545 unter eigenem Namen zu verlegen, wobei er seine Schriften verwendete. Auch wenn einige Schriftentwürfe fälschlicherweise ihm zugeordnet wurden, so ist doch sein Einfluß auf die moderne Typographie nicht zu leugnen. Sowohl die vielen an Garamond angelehnten Schriften als auch die ITC-Galliard von Matthew Carter sind direkt von seinen Entwürfen beeinflußt.
Eric Gill (1882 - 1940)
Arthur Eric Rownton Gill war ein britischer Bildhauer, Künstler, Architekt und Schriftgestalter. In dieser Funktion entwarf er für die Monotype Corporation Schriften, die seinen Namen tragen. Die Perpetua war sein erster Zeichensatz, den er im Autrag von Stanley Morison von Monotype entwarf. Morison war davon überzeugt, dass Gills Erfahrung beim Anfertigen von Inschriften sein Verständnis für Serien förderte. Weitere Schriften von ihm sind unter anderem die Gill Sans, die Joanna und die Bunyan.
Frederick W. Goudy (1865 - 1947)
Goudy kann als einer der Väter der amerikanischen Typographie betrachtet werden. Seine Schriftentwürfe sind aufgrund ihres bewußt archaischen Stils auf den ersten Blick zu erkennen. Er wurde in Bloomington im Bundesstaat Illinois geboren. Sein Interesse an der Typographie wurde durch die Arbeit englischer Privatdruckereien geweckt. ATF beauftragte ihn mit einem Schriftentwurf, der als Goudy Old Style bekannt wurde. 1920 wurde er künstlerischer Berater von Monotype, für die er seine Form der Garamond entwarf. Seine Liebe zu den gotischen Schriften zeigt sich deutlich in der Goudy Text. Die bekanntesten Schriften wie die Berkeley Old Style und die Copperplate Gothic werden sicherlich noch viele Jahre lang in regelmäßigem Gebrauch bleiben.
Johannes Gutenberg (1397 - 1468)
Gutenberg, der Vater des Drucks mit beweglichen Lettern, wurde 1397 in Mainz geboren. Die Erfindung der Druckerpresse um 1450 bezog die Entwicklung der Schraubpresse, öliger Pigmente, Stempelschneiden und das Gießen mit ein. Gutenbergs Hauptwerk war die zweiundvierzigzeilige Bibel, die er 1455 herstellte. Der Name leitet sich von der Zahl der Zeilen auf einer Druckseite ab. Die in diesem Druck verwendete Schrift inspirierte Goudy zu seiner gebrochenen Schrift Goudy Text. Auch heute noch gilt die Gurenberg-Bibel als außergewöhnlich perfektes Beispiel für Druck- und Schriftkunst.
Victor Hammer (1882 - 1967)
Der in Wien geborene Victor Hammer fand in Italien große Anerkennung für seine handwerklichen Fähigkeiten als Gestalter, Stempelschneider und Drucker. Er emigrierte in die USA und wurde 1939 Professor der Schönen Künste am Wells College in Aurora, im Staat New York. Dort schnitt er auch Stempel für Uncial. Seine berühmteste Schrift, die American Uncial, stellte er 1943 fertig.
Robert Harling (1910)
Robert Harling war hauptsächlich in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg tätig. Der britische Schriftgestalter entwickelte Schriften für die Gießerei Stephenson Blake. Seine berühmteste Schrift wurde die Playbill.
Howard Kettler (1918 - 1999)
Während seiner Beschäftigung bei IBM entwarf Howard Kettler eine der am häufigsten benutzten Schriften, die Courier. Zumindest eine Variante der Courier ist heute auf jedem Drucker und in jedem Computer zu finden.
Rudolf Koch (1876 - 1934)
Er war eine seltsame Mischung aus Künstler und Handwerker. Rudolf Koch arbeitete von 1906 bis 1934 als einer der führenden deutschen Kalligraphen, Typographen und Schrift-Designer für die Firma Gebr. Klingspor. Er ist einer der wenigen Schrift-Designer, die einen Entwurf (z.B. die Neuland) direkt in Metall meißelten, ohne dabei eine Skizze zu verwenden. Er war im Grunde ein Mann der Renaissance in einer sich wandelnden Welt der Moderne. Zu seinen Entwürfen gehören die Kabel, Grizzly und Neuland sowie viele gebrochene Schriften.
Victor Lardent (1905 - 1968)
Victor Lardent ist Anzeigendesigner und Zeichner bei der Londoner Times. Er zeichnete unter Anleitung von Stanley Morison die neue Times Roman.
Herb Lubalin (1918 - 1981)
Als einer der Schriftendesigner bei ITC zählte Herb Lubalin zu den größten Typographen überhaupt. Er hat mehr als 200 Zeichensätze entworfen. Zu seinen Schriften zählen die ITC-Lubalin Graph, die Busorama und die ITC-Rhonda. Als Code-Designer hat er zusammen mit Tom Carnase die ITC-Avant Garde entworfen. Er war ein ausgezeichneter Gestalter von Firmenlogos, Postern, Magazinen, Anzeigen, Verpackungen, Büchern, Schreibwaren und Werbematerialien.
Aldus Manutius (1450 - 1515)
Aldus Manutius war ein Drucker und Verleger der Renaissance im 16. Jahrhundert. Er war verantwortlich für die Entwicklung des ersten Schriftschnitts Aldine Roman, den er von den klassischen römischen Großbuchstaben ableitete. Es wird heute allerdings häufig vermutet, daß diese Schrift von Fernando Griffo für ihn entworfen und geschnitten wurde. Für seine Zeit verwandte Aldus außerordentlich große Papierformate. Er konnte ein beträchtliches Kapital anhäufen, wozu nicht zuletzt auch die Monopole und Urheberrechte beitrugen, die er dank seiner Verbindungen zur Universität von Venedig erhielt. Weil er das Oktavformat (acht Buchstaben auf einem Druckblatt) beim Drucken verwandte, konnte er die Herstellungskosten seiner Bücher deutlich reduzieren und machte seine Veröffentlichungen durch die Einführung von erschwinglichen Taschenbüchern oder Privatausgaben der klassischen Literatur populär. Die Aldine-Schriften sind seine bekanntesten, über deren Urheberschaft es zum Streit zwischen Aldus und Griffo kam. Viele Schriften von Garamond basieren auf den Aldine-Schriften von Aldus, ebenso wie das Design der Bembo.
Max Miedinger (1910 - 1980)
In den 50er Jahren wurde Max Miedinger aus Zürich von Edouard Hoffmann gefragt, ob er die Haas Grotesk der Schriftgießerei Haas neu bearbeiten wolle. Das Ergebnis seiner Arbeit, die New Haas Grotesk, wurde umgetauft in Helvetica. Diese Schrift verdrängte die Futura von ihrem Platz als die am häufigsten benutzte Schrift der Welt.
Stanley Morison (1889 - 1967)
Der britische Typograph Stanley Morison arbeitete auch als Theoretiker und Schriftgestalter. Er war für die Londoner Times und für die Monotype Corporation als typographischer Ratgeber tätig. Der Autodidakt Morison ging mit Enthusiasmus an seine Arbeit, wobei er sowohl traditionelle als auch zeitgenössische Designs beherrschte. Unter der Leitung von Morison entwarf Victor Lardent 1932 die Schriftart Times Roman bzw. Times New Roman. Morison beauftragte auch Jan Van Krimpen und Eric Gill mit dem Entwurf von Schriften. Letzterer kam so durch Morison zur Schriftgestaltung.
Charles Peignot (1897 - 1983)
Er war über 50 Jahre Direktor der Firma Deberny & Peignot. Peignot war an den Entwürfen aller neuer Schriften beteiligt, die sein Haus hervorbrachte. Den Künstler A.M. Cassandre konnte er für den Entwurf der Schrift gewinnen, die seinen Namen Peignot trägt. Er kämpfte an vorderster Front für die Urheberrechte von Schriften und war maßgeblich an der Gründung der Association Typographique International (ATYPI) beteiligt.
Paul Renner (1878 - 1956)
Paul Renner war ein Designer mit starkem Einfluß. Seine bekannteste Schrift ist die Futura. Vor dem zweiten Weltkrieg war er Direktor der Meisterschule für Deutschlands Buchdrucker in München. Er unterstützte Georg Trump, der sein Nachfolger an der Meisterschule wurde.
Robert E. Smith (1910)
Robert Smith war ein amerikanischer Designer für Beschriftungen, der zwischen 1933 und 1942 mit der Firma ATF zusammenarbeitete. Von ihm stammen die elegante Park Avenue und die eher ungezwungene Brush Script.
Erik Spiekermann (1947)
Am 30.05.1947 wurde der Typograph, Schriftentwerfer und Autor in Stadthagen geboren. Nach seinem Studium der Kunstgeschichte und Anglistik in Berlin unterrichtete er von 1973 - 1981 am London College of Printing. Freischaffend war er für die Studios Wolff Olins und Henrion Design Associates tätig. 1979 gründete er seine eigene Firma MetaDesign in Berlin. U.a. tätig für die Bank für Gemeinwirtschaft, Berthold AG, Linotype und Scangraphic. 1989 Gründung von FontShop, einem Versandhaus für digitalisierte Schriften. 1990 Gründung von MetaDesign Plus. Auftraggeber waren u.a. die Berliner Verkehrsbetriebe, der Westdeutsche Rundfunk, die Stadt Berlin und VW Audi. 1992 Gründung von MetaDesign West in San Francisco, 1997 von MetaDesign London. Schriftentwürfe: Berliner Grotesk, Lo Type, Officina, Meta und Info. Seine Entwürfe, Publikationen und Auftragsarbeiten machen ihn zu einem der erfolgreichsten und bekanntesten Typographen der Gegenwart.
Tony Stan (1917 - 1988)
Tony Stan lebte als Zeichen- und Schriftgestalter in New York. Als Mitarbeiter der ITC hat er viele Schriftarten neu entworfen oder angepaßt. Zu seinen Arbeiten gehören die ITC-Berkeley Old Style, ITC-Garamond, ITC-Century und ITC-Cheltenham.
George Trump (1896 - 1985)
George Trump war ein Grafik-Designer und Typograph. Er hat die Schriftfamilie City für Berthold entworfen und die Trump Mediaeval. In den Jahren um 1930 war er ein Freund und Förderer von Paul Renner, dem Direktor der Meisterschule für Deutschlands Buchdrucker und Gestalter der Futura.
Jan Tschichold (1902 - 1974)
Jan Tschichold hat wie kaum ein anderer die Typographie des 20. Jahrhunderts beeinflusst. 1902 in Leipzig geboren arbeitet er schon früh als Drucksachen-Entwerfer. Sein 1925 verfasstes Manifest „Elementare Typographie“ löste eine ungewöhnlich heftige Diskussion in Fachkreisen aus. „Er hat der verkommenen Typographie von 1925 den Todesstoss versetzt und den Augiasstall der Druckereien ausgeräumt“ heisst es in seiner Biographie. Sein in München veröffentlichtes Lehrbuch „Die neue Typographie“ (1928) begründete tatsächlich eine völlig neuartige Form der Schriftkunst. In späteren Jahren, durch lange Erfahrung gereift, kämpfte er allerdings vehement gegen die von ihm ins Leben gerufene Typographie. Tschicholds mustergültige Arbeiten wurden und werden immer wieder kopiert und nachgeahmt. Schon zu Lebzeiten zur Typographie-Legende geworden, trachtete er als Lehrer danach, möglichst vielen Menschen Verständnis für schöne Gestaltung einzuimpfen. 1955-1967 leitete er die Roche-Koordinationsstelle für graphische Gestaltung in Basel und schuf in kürzester Zeit einen einheitlichen „Roche-Gestaltungsstil“. Ins gleiche Jahrzehnt fällt seine Arbeit an der „Sabon“, der ersten Schrift, die für den Handsatz und gleichzeitig für die damals gebräuchlichen Setzmaschinen Monotype und Linotype konzipiert wurde. 1974 verstarb Jan Tschichold in Berzona (Tessin).
Emil Rudolf Weiss (1875 - 1942)
Ein führender deutscher Typograph, Designer und Kalligraph. Emil Weiss arbeitete bis Ende der 30er Jahre für die Schriftgießerei Bauer. Von Weiß stammen die Schriften Weiß Antiqua, Weiß Fraktur, Weiß Gotisch, Weiß Rundgotisch, Weiß Kapitale und die Weiß Lapidar.
Hermann Zapf (1918)
Er gehört zu den wichtigsten und produktivsten Schriften-Designern des 20. Jahrhunderts. Er hat die überall mit großem Beifall aufgenommenen Schriften Optima, Palatino, Melior, Zapf Chancery und Zapf Dingbats entworfen. Seine Karriere begann nach dem Krieg bei der Gießerei Stempel. Später hat er unter anderem für Berthold, Linotype und ITC Schriften entworfen. Er wurde 1977 an das Rochester Institute of Technology in New York berufen und erhielt dort eine Professur für Computer-Typographie. Noch heute ist Hermann Zapf als typographischer Berater der URK Software & Types GmbH tätig.
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